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Tier des Monats

Februar - Igel

Der Braunbrustigel befindet sich gerade im Winterschlaf, denn zurzeit würde er keine geeignete Nahrung finden. Während seines Schlafs werden seine Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert: Sein Herz schlägt nun nur noch etwa acht Mal pro Minute statt 180-mal, die Atemfrequenz beträgt nur noch drei- bis viermal pro Minute im Vergleich zu 40 bis 50-mal, und die Körpertemperatur sinkt von 36°C auf 5°C.

Nach dem Winterschlaf folgt schon bald die Paarungszeit und im Mai kommen die 2-7 Jungen zur Welt. Junge Igel lernen nicht von ihrer Mutter, was fressbar ist und was nicht. Auf ihren Streifzügen ohne Mutter begegnen sie daher unbekannten Gegenständen, die sie bekauen und belecken. Durch dieses Verhalten, das dem Prinzip von Versuch und Irrtum folgt, erfahren sie, was alles auf ihrem Speiseplan stehen kann.

Um sich vor Fressfeinden zu schützen, trägt ein erwachsener Igel etwa 8000 Stacheln. Seine Nahrung besteht unter anderem aus Insekten und Schnecken, was ihn zu einem beliebten Gast im Gemüsegarten macht. Aufgrund der ausgeräumten Landschaft sucht der Igel vermehrt Siedlungsgebiete auf. Doch dort lauern zahlreiche Gefahren wie Verkehr, Schädlingsbekämpfungsmittel, Mähgeräte, Laubbläser, Mauern und unüberwindbare Hindernisse auf ihn.

Möchten Sie den Igel unterstützen? Dann gestalten Sie abwechslungsreiche Gärten, Innenhöfe und Grünanlagen, die Igeln Nahrung und Unterschlupf bieten. Hecken aus einheimischen, zum Teil dornentragenden Sträuchern, begleitet von krautiger Vegetation, Ast-, Laub- und Komposthaufen sowie vielfältige Wiesen schaffen einen wertvollen Lebensraum für den Igel. Weitere Infos und Ideen zur Gestaltung eines Igelfreundlichen Gartens finden sie bei Pro Natura und dem Igelzentrum.

Haben Sie einen Igel in Ihrem Garten oder Quartier entdeckt? Melden Sie Ihre Beobachtung auf Wilde Nachbarn.

  • © Denis Magnin / Wilde Nachbarn
  • © Cha Cha / Wilde Nachbarn
  • © Christian Walter / Wilde Nachbarn
  • © Denis Magnin / Wilde Nachbarn

Vergangene Tiere des Monats 2024

Januar

Hermelin

Im Sommer ist das Hermelin (Mustela erminea) mit seinem rotbraunen Rücken und dem weissen Bauch auf der Wiese und im Gehölz gut getarnt. Auch in schneereichen Wintern verschwindet das Hermelin mit seinem weissen Fell im Schnee fast komplett, denn nur die Schwanzspitze bleibt schwarz. Fällt jedoch kein Schnee, funktioniert die Tarnung nicht und das Hermelin ist für seine Fressfeinde wie Füchse und Greifvögel trotz flinker Fortbewegung einfacher zu erbeuten. Der Fellwechsel, der in Spätherbst erfolgt, ist genetisch festgelegt. Im Jurapark Aargau wurden Hermeline beobachtet, die im Winter nicht mehr ganz weiss werden. Haben auch Sie diesen Winter Hermeline gesehen, die braun geblieben oder braun-weiss meliert waren? Melden Sie ihre Beobachtung gerne auf Wilde Nachbarn.

In der Schweiz ist das Hermelin auf Wühlmäuse, vorzugsweise Schermäuse, spezialisiert und darum bei Landwirt:innen als Mäusejäger sehr beliebt. Da Wiesel viel Energie brauchen, um sich fit und warm zu halten, fressen sie auch viele Mäuse, durchschnittlich ein bis zwei pro Tag. Im Frühjahr, während der Jungenaufzucht steigt der Bedarf zusätzlich. Doch der effiziente Jäger braucht einen geeigneten Lebensraum. Er bewohnt abwechslungsreiche und offene Landschaften, die gut vernetzt sind. In dichten Hecken, Krautsäumen oder an Bachufern kann es sich gut getarnt fortbewegen. In Wiesen jagt es Mäuse und in Stein- oder Asthaufen kann es seine Jungen zur Welt bringen.

Neben dem Hermelin gibt es im Naturnetz Pfannenstil eine weitere Wieselart, das Mauswiesel (Mustela nivalis). Dieses ist kleiner als das Hermelin, bleibt im Winter braun und hat ganzjährig eine braune Schwanzspitze. Die beiden Wieselarten gehören zur Familie der Marderartigen und sind somit verwandt mit Baum- und Steinmarder, Fischotter, Dachs und dem Tier des Jahres, dem Iltis (Mustela putorius).

Im Naturnetz Pfannenstil finden Wiesel dank der vielen umgesetzten Projekte geeignete, kleinstrukturierte Lebensräume. In Maur startet dieses Jahr zudem ein Wieselförderprojekt. Wir halten Sie diesbezüglich auf dem Laufenden. Falls Sie das Hermelin auch in Ihrem Garten fördern wollen, so gestalten Sie Ihren Garten naturnah und legen Sie Stein- und Asthaufen an. Eine Anleitung für den Bau einer Wieselburg finden Sie hier.